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„Ein Bild“, antwortete ſie leiſe, indem ſie ſtehen blieb, um es wieder anzuſehen.
Leonard's leiſes Ohr bemerkte ſofort die Veränderung in ihrer Stimme.
„Hat das Bild etwas, was Dich beunruhigt?“ fragte er halb im Scherz, halb im Ernſt.
„Allerdings hat es etwas Auffälliges— etwas, was mich, ſo heiß auch der Tag iſt, für den Augenblick wie Froſt durchſchauert“, entgegnete Roſamunde.„Entſinnſt Du Dich noch der Schilderung, welche Betſey uns am Abend unſerer Ankunft von dem Geſpenſt der nördlichen Zimmer machte?“
„Ja, ich erinnere mich noch vollkommen.“
„Lenny, dieſe Beſchreibung paßt ganz genau auf dieſes Bild. Hier iſt das gekräuſelte hellbraune Haar. Hier iſt das Grübchen auf jeder Wange. Hier ſind die weißen, regelmäßigen Zähne. Hier iſt die lauernde, frivole verhängnißvolle Schönheit, welche das Mädchen zu be⸗ ſchreiben ſuchte und auch wirklich beſchrieb, indem ſie ſagte, dieſelbe ſei grauenhaft.“
Leonard lächelte.
„Deine lebhafte Phantaſie ergeht ſich zuweilen in ſeltſamen Vorſtellungen“, ſagte er ruhig.
„Meine Phantaſie?“ wiederholte Roſamunde bei ſich ſelbſt.„Wie kann von Phantaſie die Rede ſein, wenn ich das Geſicht wirklich hier vor mir ſehe. Wie kann es Phantaſie ſein, wenn ich fühle—“
Sie ſchwieg, ſchauderte wieder und kehrte ſchnell an den Tiſch zurück, auf welchen ſie das Bild mit dem Ge⸗


