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Dich doch auch entſinnen, daß, als der Baumeiſter, den wir hinſchickten, um die Gebäude zu beſichtigen, Dir jenen Brief ſchrieb, er ſich beklagte, daß an den ver⸗ ſchiedenen Schlüſſeln keine Namen der Zimmer zu finden wären, um ſich beim Oeffnen der Thüren danach richten zu können, und daß ihm auch in Porthgenna ſelbſt nie⸗ mand hierüber Auskunft geben könnte. Wie könnte ich jemals von dem Myrthenzimmer gehört haben? Wer hätte mir etwas davon ſagen ſollen?“
Doctor Orridge begann eine verlegene Miene zu zeigen. Es ſchien doch keineswegs ſo ganz ausgemacht zu ſein, daß Miſtreß Frankland blos geträumt hatte.
„Ich habe ſeitdem an gar nichts weiter gedacht“, ſagte Roſamunde in leiſem, flüſterndem Tone zu ihrem Gatten.„Ich kann dieſe geheimnißvollen Worte nicht aus den Gedanken bringen. Fühle an mein Herz, Lenny, — es ſchlägt ſchon davon, daß ich ſie Dir wiederhole, ſchneller als gewöhnlich. Es ſind ſo ſeltſame, ſonderbare Worte. Was meinſt Du wohl, was ſie bedeuten?“
„Wer iſt die Frau eigentlich, die ſie geſprochen?— Dies iſt die wichtigſte Frage“, bemerkte Mr. Frankland.
„Aber warum ſagte ſie dieſe Worte zu mir? Dies iſt es, was ich wiſſen möchte— dies iſt es, was ich wiſſen muß, wenn ich mich jemals in meinem Gemüth wieder ruhig fühlen ſoll.“
„Nur ſachte, Miſtreß Frankland, ſachte!“ ſagte der Doctor.„Um Ihres Kindes ſowohl als um Ihrer ſelbſt willen bitte ich Sie, ruhig zu ſein und dieſes aller⸗ dings ſehr geheimnißvolle Ereigniß ſo gelaſſen zu be⸗ trachten wie Sie können. Wenn irgend welche Bemühungen


