Teil eines Werkes 
2. Bd. (1862)
Entstehung
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9 indem ich mir ſelbſt Gerechtigkeit widerfahren laſſe, vielleicht ungerecht gegen die arme Wärterin bin.

Erzähle Deine Geſchichte nur nach Deiner Weiſe, liebe Roſamunde, und Du wirſt ſie dann gewiß richtig und angemeſſen erzählen, ſagte Mr. Frankland.

Und vergeſſen Sie nicht, ſetzte der Doctor hinzu, daß ich auf meine Meinung von Miſtreß Jazeph durch⸗ aus kein Gewicht lege. Ich hatte nicht Zeit genug, mir eine ſolche zu bilden; Ihre Gelegenheiten, dieſe Perſon zu beobachten, ſind weit zahlreicher geweſen als die mei⸗ nigen.

Auf dieſe Weiſe ermuthigt, erzählte Roſamunde ſchlicht und einfach Alles, was in ihrem Zimmer am vorigen Abend bis zu dem Augenblick geſchehen, wo ſie die Augen geſchloſſen und die Wärterin ſich ihrem Bett hatte nähern hören. Ehe ſie die außerordentlichen Worte wiederholte, welche Miſtreß Jazeph ihr ins Ohr geflüſtert, machte ſie jedoch eine Pauſe und ſah ihren Gatten aufmerkſam an.

Warum hältſt Du inne? fragte Mr. Frankland.

Ich fühle mich noch ganz aufgeregt und befangen, Lenny, wenn ich an die Worte denke, welche die Wär⸗ terin unmittelbar zuvor, ehe ich die Klingel zog, zu mir ſagte.

Nun, was ſagte ſie denn? War es vielleicht etwas, was Du nicht gern nachſagen möchteſt?

O nein; es liegt mir im Gegentheil ſehr viel daran, es zu wiederholen und zu hören, was es nach Deiner Anſicht bedeutet. Wie ich Dir ſoeben erzählte, Lenny, hatten wir von Porthgenna geſprochen und von meiner Abſicht, die nördlichen Zimmer zu unterſuchen, ſobald als