Teil eines Werkes 
2. Bd. (1862)
Entstehung
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ſeine Verbeugung machte und in dieſem Augenblicke ver⸗ gaß, daß Mr. Frankland gar nicht im Stande war, dieſe Art Huldigung zu würdigen, dachte er blos auf die uneigennützigſte und abſtracteſte Weiſe an vornehmes Blut an die feine Lebensart, die demſelben gleichſam innewohnte und an den unergründlichen Werth, der dadurch Worten verliehen ward, welche in dem Munde gewöhnlicher Leute ganz ſchlicht und alltäglich klingen.

Doctor Orridge beſaß und die Gerechtigkeit gegen ihn verlangt, daß wir dies hier erwähnen die meiſten der Tugenden ſeines Standes, beſonders jene weit ver⸗ breitete Tugend, welche die Leute abhält, ſich in ihren Meinungen durch perſönliche Rückſichten auf ernſte Weiſe beſtimmen zu laſſen. Wir haben alle unſere Fehler, es iſt aber wenigſtens ein Troſt zu bedenken, wie wenige von unſern liebſten Freunden um von uns ſelbſt zu ſchweigen ſich jemals einer ſolchen Schwäche machen. 3 8 Als man in Miſtreß Frankland's Zimmer trat, ſah der Doctor auf den erſten Blick, daß in ihrem Befinden in Folge der Ereigniſſe des vergangenen Abends eine Aenderung, aber keineswegs zum Guten, eingetreten war. Er bemerkte, daß das Lächeln, womit ſie ihren Gatten begrüßte, das matteſte und wehmüthigſte war, welches er je auf ihrem Geſicht geſehen. Ihre Augen ſahen trüb und ermüdet aus, ihre Haut war trocken, ihr Puls unregelmäßig. Es war klar, daß ſie eine ſchlafloſe Nacht zugebracht und daß ihr Gemüth nicht ruhig war.

Sie beantwortete die Fragen ihres ärztlichen Bei⸗

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