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Frankland's Gelaſſenheit eine erheuchelte Gleichgültigkeit entgegenſtellte.„Wirklich?“
„Wenn die Zeit mir erlaubt hätte, zu Ihnen zu ſchicken und Sie zu Rathe zu ziehen, ſo würde ich dies ſehr gern gethan haben“, fuhr Leonard fort.„Aber die Sache geſtattete keinen Aufſchub. Wir wurden alle durch
ein heftiges Läuten der Klingel meiner Gattin erſchreckt. Ich ward in ihr Zimmer hinaufgeführt und fand ſie in einem Zuſtande der heftigſten Aufregung und Unruhe. Sie ſagte mir, ſie ſei durch die neue Wärterin auf fürch⸗ terliche Weiſe erſchreckt worden, erklärte ihre Ueberzeu⸗ gung, daß die Frau nicht recht bei Verſtande ſei und bat mich, ſie ſo ſchnell als möglich und ſo freundlich
als möglich aus dem Hauſe zu ſchaffen. Was konnte
ich unter dieſen Umſtänden thun?⸗ Allerdings konnte es ſcheinen, als hätte ich, indem ich ſo auf meine eigene Verantwortlichkeit hin handelte, die gebührende Rückſicht auf Sie aus den Augen geſetzt; aber meine Fra in einem ſolchen Zuſtande von Aufregung, wiſſen konnte, was die Folge ſein würde, wenn ich ihr widerſetzte oder die Sache hinausſchöbe, und u einmal die Schwierigkeit beſeitigt war, wollte ſie nicht zugeben, daß Sie ſo ſpät noch durch einen Ruf hierher geſtört würden. Ich bin überzeugt, lieber Doctor, Sie werden dieſe Erklärung in demſelben Geiſte aufnehmen, in welchem ich ſie Ihnen biete.“
Der Doctor begann ein wenig verlegen auszuſehen. Der maſſive Unterbau ſeiner Unabhängigkeit begann mürbe zu werden und unter ihm zu wanken. Er war ſchon wieder nahe daran, an die cultivirten feinen


