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Frankland zu Ihnen kommen, Sir“, ſagte der Kellner; „er wünſcht Sie ſobald als möglich zu ſprechen.“
„Iſt es denn wahr, daß Miſtreß Frankland's Wär⸗ terin vergangene Nacht auf Mr. Frankland's Befehl fort⸗ geſchickt worden iſt?“ fragte Doctor Orridge.
„Ja, das iſt vollkommen wahr, Sir“, antwortete der Kellner.
Der Doctor erröthete und fühlte ſich ſehr unan⸗ genehm berührt.
Eins der koſtbarſten Dinge, die wir beſitzen— be⸗ ſonders wenn wir zufällig dem Stande der Aerzte an⸗ gehören— iſt unſere Würde. Doctor Orridge meinte, man hätte eigentlich erſt ihn zu Rathe ziehen ſollen, ehe man eine von ihm empfohlene Wärterin ohne Weiteres entließe.
Pochte Mr. Frankland vielleicht auf ſeine Stellung als Gentleman von Vermögen?
Dieſe Frage zu entſcheiden war jetzt noch nicht mög— lich, aber ſchon die Erwägung derſelben übte einen unter⸗ minirenden Einfluß auf die conſervativen Grundlagen von Doctor Orridge's Principien. Die Macht des Reichthums kann ungeſtraft vieles thun, aber ſie hat nicht das Recht, der guten Meinung eines Menſchen von ſich ſelbſt einen praktiſchen Widerſpruch entgegenzuſetzen. Niemals hatte der Doctor unehrerbietiger von Rang und Reichthümern gedacht; niemals war er ſich bewußt geweſen, mit ſo abſoluter Unparteilichkeit über republi⸗ kaniſche Grundſätze nachzudenken, als da er jetzt mürriſch
ſchweigend dem Kellner nach Mr. Frankland's Zimmer folgte.


