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verzettelt worden war, wagte ſie ſich endlich näher an den gefährlichen Gegenſtand.
„Haben Sie die Briefe empfangen die ich Ihnen von der Meeresküſte ſchrieb?“ fragte ſie plözlich, indem ſie zum erſten Mal von ihm weg ſah.
„Ja,“ ſagte er.„Alle.“
„Haben Sie dieſelben geleſen?“
„Jeden von ihnen; manchmal darüber.“
Ihr Herz ſchlug heftig, als wollte es ihr zerſprin⸗ gen. Sie hatte ihr Verſprechen wacker gehalten. Die ganze Geſchichte ihres Lebens von der Zeit des heimath⸗ lichen Schiffbruchs zu Rabenſchlucht bis zur Zeit, wo ſie die Teſtamentsclauſel in Gegenwart ihrer Schweſter vernichtet, hatte ſie ihm offen dargelegt. Nichts, was ſie gethan, nichts ſogar was ſie gedacht, hatte ſie ſei⸗ ner Kenntniß vorenthalten. Gerade wie er eine ein⸗ gegangene Verbindlichkeit gegen ſie erfüllt haben würde, ſo hatte ſie ihre eingegangene Verbindlich⸗ keit gegen ihn erfüllt. Sie hatte nicht vor dem Ent⸗ ſchluſſe, dieß zu thun, erzittert, und jetzt zitterte ſie vor der einzigen entſcheidenden Frage, wegen welcher ſie hieher gekommen war. So heftig auch das Ver⸗ langen in ihr war, zu erfahren ob ſie ihn verloren oder gewonnen hätte, ſo war doch die Furcht, es zu erfahren, in dieſem Augenblicke noch ſtärker. Sie wartete und zitterte: ſie wartete und ſagte nichts mehr.
„Darf ich mit Ihnen über Ihre Briefe ſprechen?“ fragte er.„Darf ich Ihnen ſagen— 2“
Wenn ſie ihn angeblickt hätte, als er dieſe Paar Worte ſagte, ſo hätte ſie in ſeinem Geſichte leſen können, was er von ihr dachte. Sie würde geſehen haben, daß er, unerfahren wie er mit der Welt war,
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