Teil eines Werkes 
5. Bd. (1863)
Entstehung
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gemeinen Neid ihres Herzens ſiegreich zu Boden ge⸗ treten; ſie konnte mit ganzem aufrichtigen Herzen ſagen:

Nora hat es verdient.

Der Tag verſtrich. Sie ſaß da, tief verſunken in ihre Gedanken, den zweiten Brief nicht beachtend, den ſie bei Kirkes Zurückkunft noch nicht einmal er⸗ brochen hatte.

Er machte am oberſten Treppentritte draußen Halt und fragte ſie, indem er die Thüre ein wenig öffnete, ohne in das Zimmer zu treten, ob ſie noch Etwas wünſche, das er ihr beſorgen ſolle. Sie er⸗ ſuchte ihn hereinzukommen. Sein Angeſicht war ſchlaff und traurig; er ſah älter aus als ſie ihn jemals geſehen hatte.

Legten Sie den Brief für mich auf den Tiſch? fragte ſie.

Ja. Ich legte ihn auf das Verlangen des Arztes hin.

Vermuthlich ſagte Ihnen der Arzt, daß er von meiner Schweſter wäre? Sie will kommen um mich zu ſehen, und Fräulein Garth will kommen um mich zu ſehen. Sie werden Ihnen für alle mir erwieſene Gutthaten beſſer danken als ich kann.

Ich habe keinen Anſpruch auf ihren Dank, antwortete er mit ſtrengem Ernſt.Was ich gethan habe, war nicht für jene gethan, ſondern für Sie.

Er wartete eine Weile und blickte ſie an. Wenn ſie die Wahrheit nicht bereits ſchon vermuthet hätte, ſein Geſicht würde ihn bei dieſem Blick verrathen haben, ſeine Stimme würde ihn bei den nächſten Worten, die er ſprach, verrathen haben.