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war. Nachdem ſie noch einen glatten, weißen Mus⸗ linüberwurf, ein Paar hellgraue ziegenlederne Hand⸗ ſchuhe und einen florentiniſchen Gartenſtrohhut aus den Schiebladen des Schrankes genommen hatte, ſchloß ſie denſelben zu und ſteckte den Schlüſſel ſorg⸗ fältig in ihre Taſche.
Anſtatt ſogleich an ihr Ankleiden zu gehen, ſaß ſie müſſig da und beſchaute die zwei Muslinkleider; es war ihr gleichgiltig welches von beiden ſie tra⸗ gen ſollte und doch ſchwankte ſie mit der Wahl des⸗ ſelben unentſchloſſen hin und her.
„Was thut es zur Sache?“ ſagte ſie mit einem empfindungsloſen Lachen zu ſich ſelbſt.„Ich fühle mich in meiner eigenen Achtung gleich unwürdig, welches ich auch trage.“ Sie bebte zuſammen, als ob der Klang ihres eigenen Lachens ſie erſchreckt hätte, und langte darauf blizſchnell nach dem Kleide, welches ihr am nächſten bei der Hand lag. Die Farbe deſſelben war blau und weiß, gerade das Blau welches am Beſten ihrer ausgezeichneten Ge⸗ ſichtsfärbe entſprach. Sie zog haſtig das Kleid an, ohne ſich dem Spiegel zu nähern. Zum erſten Male in ihrem Leben vermied ſie es, ihr Spiegelbild zu ſchauen mit Ausnahme eines einzigen Augenblicks, wo ſie ihr Haar unter dem Strohhut ordnete, worauf ſie den Spiegel alsbald wieder verließ. Sie warf den Ueberwurf über ihre Schultern und zog ihre Glacéhandſchuhe an, ihren Rücken dem Toilettentiſch zuwendend.
„Soll ich mich ſchminken?“ fragte ſie ſich ſelbſt, weil ſie inſtinktmäßig fühlte, daß ſie bleich geworden war.„Das Roth befindet ſich noch in meinem Kof⸗


