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Eine ſchwächere Natur, als die ihrige, würde den Schlag den ihr Franks Treuloſigkeit beigebracht nicht ſo heftig gefühlt haben, als ſie ihn gefühlt hatte und jezt noch fühlte. Eine ſchwächere Natur würde ihre Zuflucht zu Ausbrüchen des Zorns genommen und Troſt in Thränen gefunden haben. Die leiden⸗ ſchaftliche Stärke von Magdalenens Liebe klammerte ſich verzweiflungsvoll an das ſinkende Wrack ihrer eigenen Illuſion— klammerte ſich daran, bis ſie ſich durch die bloße Kraft ihres Willens mit Gewalt davon trennte. All ihren angebornen Stolz, ihr em⸗ pfindliches Gefühl für geſchehenes Unrecht mußte ſie aufbieten, um gegen die Gedanken anzukämpfen welche noch immer aus der unauslöſchlichen Hingebung und Anhänglichkeit an die glücklichere Vergangenheit auf⸗ tauchten und ihre Nahrung zogen, welche noch immer mit thörichtem Eigenſinn Franks herzloſes Lebewohl jeder andern Urſache zuſchrieben, nur nicht der Nie⸗ derträchtigkeit des Mannes der dieſes Lebewohl nie⸗ dergeſchrieben hatte. Es lebte noch nie ein Weib welches eine treue Liebe aus dem Herzen reißen konnte, bloß weil der Gegenſtand dieſer Liebe ihrer unwürdig war. Alles was ſie thun kann iſt im Geheimen da⸗ gegen zu kämpfen, in dem Kampf zu unterliegen wenn ſie ſchwach iſt, oder, wenn ſie ſtark iſt, obzu⸗ ſiegen durch einen Prozeß von Selbſtzerfleiſchung, welche von allen moraliſchen auf die Natur des Wei⸗ bes angewandten Mitteln das allergefährlichſte und allerverzweifeltſte, und von allen moraliſchen Gemüths⸗


