Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

23

Stelle würde er uns eben ſo gut ruinirt haben wie ſein verſtorbener Vater.

Sonſt habe ich Ihnen nichts Weiteres von In⸗ tereſſe für Sie zu ſagen. Seien Sie meinetwegen ganz ohne Sorgen. Ich beſtrebe mich, meinem Geiſt wieder die frühere Spannkraft zu geben; ich beſtrebe mich das arme getäuſchte Mädchen zu vergeſſen, das in den alten Tagen zu Rabenſchlucht thöricht genug war in Frank vernarrt zu werden. Manchmal über⸗ ſchleicht mich noch eine bange Sehnſucht, die mir er⸗ zählt daß jenes Mädchen noch nicht ganz vergeſſen iſt aber dieß kommt nicht oft vor.

Es war ſehr gütig von Ihnen daß Sie in Ihrem Briefe an ein ſo verlorenes Weſen, wie ich bin, ſich alsallzeit meine Freundin bezeichnet haben. Allzeit iſt ein keckes Wort, meine theure alte Gou⸗ vernante! Ich bin äußerſt begierig, ob Sie nicht einmal wünſchten es zurücknehmen zu können? Es würde keinen Unterſchied machen, wenn Sie es auch thäten, denn ich werde allzeit dankbare Gefühle hin⸗ ſichtlich der vielen Mühe hegen welche Sie an mich verwendeten, als ich noch ein kleines Mädchen war. Ich habe Ihnen dieſe Müuhe ſchlecht vergolten, ſchlecht vergolten auch ihre freundliche Güte gegen mich in meinem ſpätern Leben. Ich bitte um Ihre Verzeihung und um Ihr Mitleid. Das Beſte was Sie für uns Beide thun können, iſt mich zu vergeſſen. Mit warmer Zärtlichkeit die Ihrige,

Magdalene.

N. S. Ich öffne den Brief noch einmal, um eine Zeile hinzuzufügen. Um Gottes willen zeigen Sie Nora dieſen Brief nicht.