Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Juli.

Zeile, am biſt

be juſt 1. Ach, r ſelbſt der Ge⸗ en Dich den ſein ßt mich hreiben, geliebte, ehe der rre Dich r immer dle mich jezt in ten, laß es mir nur, um

19

IX.

Magdalene an Nora.

Den 7. Juli.

Meine theuerſte Nora!

Alles was Deine Liebe für mich wünſchen kann hat Dein Brief vollbracht. Du, und nur Du allein, haſt den Weg zu meinem Herzen gefunden; ich konnte wieder denken, ich konnte wieder fühlen, nachdem ich geleſen was Du mir geſchrieben hatteſt. Laß mich durch dieſe Verſicherung Deine Beſorgniſſe zerſtreuen. Mein Geiſt lebt und athmet noch einmal; er war todt, bis ich Deinen Brief erhielt.

Der Schlag, der mich getroffen, hat eine ſeltſame Ruhe in mir zurückgelaſſen. Ich habe ein Gefühl, als ob ich mich von meinem frühern Ich losgeriſſen hätte, als ob die Hoffnungen alle, mir einſt ſo theuer, zugleich mit der Zeit verſchwunden wären, die jezt in weiter Entfernung hinter mir liegt. Ich kann auf das Wrack meines Lebens mit mehr Ruhe hin⸗ blicken, als Du, Nora, es vermöchteſt, wenn wir Beide wieder beiſammen wären. Ich traue mir ſo⸗ gar bereits ſo viel Kraft zu von Frank zu ſchreiben.

Geliebte Schweſter! ich denke, kein Weib weiß jemals wie ganz und gar ſie ſich ſelbſt dem Manne ihrer Liebe hingibt, bis dieſer Mann ſie ſchlecht be⸗ handelt hat. Wirſt Du Nachſicht mit meiner Schwach⸗ heit haben, wenn ich Dir geſtehe daß es mir centner⸗ ſchwer auf das Herz fiel, als ich jene Stelle Deines