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durch verſetzen, daß ich Ihnen den Verluſt ihrer Stelle in dem Lichte eines Unglücks hinſtelle. Nora fühlte ſich darin nicht ſo glücklich, als ich gehofft und geglaubt hatte. Es war mir unmöglich vor⸗ auszuwiſſen daß die Kinder ſo ungezogen und wider⸗ ſpenſtig waren, und daß die Mutter des Eheherrn gewohnt war, ihren Hang zur Herrſchſucht alle Leute fühlen zu laſſen. Ich will gern zugeben daß es für Nora gut iſt aus dieſer Stellung herausgekommen zu ſein. Aber damit iſt die Quelle des Kummers nicht verſiegt. Nach Allem was Sie und ich vom Gegentheil wiſſen, wird der Kummer noch fortdauern. Was in dieſer Stelle vorgekommen iſt, kann auch in einer andern vorkommen. Ihre Lebensart iſt, ſo rein auch Ihr Charakter immer ſein mag— und ich will Ihnen ja die Gerechtigkeit zu Theil werden laſſen, zu glauben daß er rein iſt— für alle an⸗ ſtändigen Leute ein Stein des Anſtoßes. Ich habe lang genug in dieſer Welt gelebt, um zu wiſſen daß von zehn engliſchen Damen neun in Bezug auf das Schicklichkeitsgefühl unerbittliche Richterinnen ſind. Noras nächſte Dienſtherrſchaft dürfte nur Wind von Ihnen bekommen, ſo würde vielleicht Nora ihre Stelle alsbald wieder verlaſſen müſſen, ohne daß wir im Stande wären ſogleich wieder eine andere zu finden.
Ich gebe dieß Ihrer Erwägung anheim. Mein Kind! denken Sie nicht daß ich hart gegen Sie ſei. Ich bin bloß beſorgt für die Ruhe Ihrer Schweſter. Magdalene, wenn Sie das Vergangene vergeſſen und zurückkommen wollen, ſo vertrauen Sie immerhin ge⸗ troſt Ihrer alten Gouvernante, daß ſie ebenfalls ver⸗


