telte.„Ich hoffe demüthig, es ſoll mir vergeben werden.“
„Vergeben!“ wiederholte Magdalene.„Wenn den andern Frauen ſo wenig vergeben zu werden brauchte als Ihnen— dann wär' es gut! Machen Sie einmal ein Paar von dieſen Packetchen auf. Kommen Sie! Ich möchte gerne ſehen was Sie heute eingekauft haben.“
Frau Wragge zögerte, ſeufzte reumüthig, beſann ſich ein wenig und ſtreckte dann ihre Hand furchtſam nach einem der Päckchen aus, dachte aber wieder an die übernatürliche Warnung und bebte vor ihren eigenen Einkäufen zurück, mit einer verzweifelten Anſtrengung übey ſich ſelbſt die Gewalt zu be⸗ haupten.
„Machen Sie dieß da auf,“ ſagte Magdalene, um ihr Muth einzuflößen.„Was iſt da drinnen?“
Frau Wragges glanzloſe blaue Augen begannen troz ihrer Gewiſſensangſt ein wenig aufzuleuchten, allein ſie unterdrückte die ſchwache Regung und ſchüttelte den Kopf. Die mächtige Leidenſchaft einzu⸗ kaufen mochte wohl wieder wach in ihr werden, aber der Geiſt hatte noch nicht aufgehört in ihrem Ge⸗ hirn zu rumoren.
„Haben Sie wohlfeil eingekauft?“ fragte Mag⸗ dalene vertraulich.
„Spottwohlfeil,“ rief die arme Frau Wragge, indem ſie über Hals und Kopf in die ihr gelegte Schlinge ſtürzte und ſo gierig über das Packet her⸗ fiel, als ob Nichts vorgefallen wäre.
Magdalene plauderte mit ihr mehr als eine Stunde lang über die Einkäufe und hatte dann


