thun kann. Aber ich will es jedenfalls von Herzen gerne thun.— „Indeß verzeihen Sie mir wenn ich Ihnen ge⸗ ſtehe daß ich in Bezug auf Magdalene ganz und gar nicht mit Ihnen einverſtanden bin. Ich weiß in unſerer hilfloſen Lage die Wichtigkeit Ihres Bei⸗ ſtandes ſo wohl zu ſchäzen, ich laſſe mirs ſo ſehr angelegen ſein der Theilnahme des vertrauten Rath⸗ gebers und älteſten Freundes meines Vaters würdig zu erſcheinen, daß ich mich in Wahrheit über mich ſelbſt ärgere wenn ich anderer Meinung bin als Sie, und dennoch iſt dieß der Fall. Magdalene iſt ein eigenthümliches Mädchen, und wer ſie nicht genau kennt wird nicht ſo leicht klug aus ihr. Ich will gerne glauben daß ſie in aller Unſchuld Sie auf eine falſche Fährte geleitet und ſich vielleicht von der ungünſtigſten Seite gezeigt hat. Aber daß der Schlüſ⸗ ſel zu ihrer Sprache und ihrem Benehmen am lezten Mittwoch in dem von Ihnen angedeuteten Gefühl gegen den Mann liegen ſollte der uns zu Grunde gerichtet hat, das kann und will ich von meiner Schweſter nicht annehmen. Wenn Sie ſo gut wie ich wüßten was für eine edle Natur ſie iſt, ſo wür⸗ den Sie ſich über meinen hartnäckigen Widerſpruch gegen Ihre Anſicht nicht wundern. Werden Sie mich auf eine andere Meinung zu bringen verſuchen? Nach Herrn Clares Meinung frage ich nichts; er glaubt an nichts. Aber auf das was Sie ſagen lege ich einen ſehr großen Werth, und da ich von der Freund⸗ lichkeit Ihrer Beweggründe überzeugt bin, ſo ſchmerzt es mich denken zu müſſen daß Sie Magdalene Un⸗ recht thun.
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