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nem Sohn ihr Wohlwollen zu ſchenken. Der ehrliche Martin Luther zaͤhlte die guten Nach⸗ barn unter die hoͤchſten Guͤter des Lebens. Alſo — gute Nachbarſchaft, meine Herren.“ Er reichte beide Haͤnde traulich in den Kreis, und die Umſtehenden ergriffen ſie, druͤckten ſie herzlich und hießen mich in ihrer Mitte willkommen.
Die Thuͤren des Saals flogen auf, und an der Spitze mehrerer jungen Maͤdchen, der Toͤch⸗ ter der hier verſammelten Familien, trat Meta herein; der Schmuck meiner Mutter zierte das engelſchoͤne Maͤdchen, das im weißen Gewande erſchien; an ihrer jungfraͤulichen Bruſt ſtrahlte eine Sonne von blitzenden Juwelen, und durch ihr Ringelhaar flocht ſich ein bluͤhender Myr⸗ thenkranz.
Mein Vater faßte ſie bei der Hand, und fuͤhrte ſie mit den Worten:„Dein Weihnachts⸗ geſchenk, mein Sohn,“ in meine Arme.
Aller Umſtehenden Blicke huldigten der Wun⸗ derlieblichen. Ich war uͤberraſcht, das Maͤdchen meines Herzens im braͤutlichen Schmucke zu ſe⸗
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