13 ten Briefwechſel. Sein einziger Korreſpon⸗ dent war mein Onkel, der Geſandte am ruſ⸗ ſiſchen Hofe, von dem er jaͤhrlich einmal Briefe erhielt und ihm eben ſo oft antwor⸗ tete.
Eines Morgens bekam er von dieſem eine lange Epiſtel. Den ganzen Tag uͤber war mein Vater ſehr ernſt und ſtill. Er be⸗ obachtete mich oft ſchweigend und druͤckte mich nach dem Abendgebet mit ſtummer Wehmuth an ſein Herz.
Erſt am Morgen des dritten Tages brach er ſein Schweigen.„Ich habe,“ hob er mit beklommener Bruſt an, und hieß mich neben ſich ſetzen,„ich habe mit Dir ein ern⸗ ſtes Wort zu reden, mein Sohn. Das vaͤ⸗ terliche Haus iſt fuͤr einen jungen Mann Deines Standes und Deiner Kenntniſſe kein bleibender Wirkungskreis. Der Vogel fliegt⸗ wenn ihm die Fluͤgel gewachſen, aus dem Neſte, das junge Thier verlaͤßt, wenn es laufen und ſich naͤhren kann, ſeine Mutter.


