Teil eines Werkes 
1. Bdchn (1817)
Entstehung
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Ich hatte kein Geheimniß vor ihm, weil ich kein Geheimniß hatte; er war mein erſter Freund, die heiligſte Perſon in meiner klei⸗ nen Welt. Von der großen hatte mein Va⸗ ter noch ſelten mit mir geſprochen; und kam zufaͤllig die Rede auf dieſen Gegenſtand: ſo zog ein bitterer Krampf ſeine Lippen zuſam⸗ men, er brach ſchnell ab, oder was der ſanfte Mann ſonſt nie that, er machte ſich die Bruſt durch einen boͤſen Fluch auf die ganze Welt leicht. Kein Wunder, daß ich mich nach der Welt nicht ſehnte. Mir fehlte im Kreiſe meines Thuns und Treibens gar nichts. Meine einzigen Wuͤnſche be⸗ ſchraͤnkten ſich, beſonders jetzt, nun ich aͤlter wurde, und den Werth des Wiſſens kennen lernte, einzig und allein auf Wiſſenſchaften und Kuͤnſte. Ich lernte Tage lang mit mir ſchmollen, wenn ich nicht ſo gut zeichnete, wie mein Profeſſor Binadelli, oder wenn die ſchweren Paſſagen auf meiner Floͤte mir nicht ſo gluͤckten, wie meinem Lehrer Nado⸗