Teil eines Werkes 
1. Bdchn (1817)
Entstehung
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9 meiner fruͤheſten Kindheit an, in unſerm Hauſe angeſtellt waren und deren einzige Beſchaͤftigung war, mich zu unterrichten. Unſere Unterhaltungen, unſere Tiſchgeſpraͤche waren ungebunden; nur einen einzigen Punkt durften ſie nicht beruͤhren, die Maͤdchen. Alle unſere Bedienten hatten die gemeſſenſte Ordre, in meiner Gegenwart des zweiten Geſchlechts nie zu erwaͤhnen; nur die ge⸗ ringſte zweideutige Aeußerung dieſer Art haͤtte jeden ohne Unterſchied augenblicklich aus dem Hauſe entfernt. Nomane und dramatiſche Werke kamen nie uͤber die Schwellen unſeres Schloſſes; die Biebel und die alten Dichter las ich nur in geſchriebenen Auszuͤgen. Die Kirche war der einzige Ort, wo ich weibliche Weſen ſah; aber auch da wendeten mir Evens Doͤchter den Ruͤcken zu, denn unſer mit Gitterwerk dicht verſchloſſener Sitz war unter der Orgel. Mein Stundenplan war darauf angelegt, meinen Geiſt tagtaͤglich von fruͤh 5 Uhr bis Abends 9 Uhr immer und