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ſtes ſich unterhielt?—„Sieh,“ ſagte der Weiſe, „der Geiſt gleicht dieſem Vogel, waͤhrend er in dem Zimmer iſt; Du kannſt deſſen Flug und Bewegungen beobachten, aber Du weißt nicht, woher er kam, noch wohin er fliegen wird, wenn er das Zimmer verlaͤßt.“— Es begab ſich jetzt, merkwuͤrdig genug, daß, waͤhrend 2— ſprach, ein kleiner Vogel, ich weiß nicht, von welcher Art, plotztich auf den Raſen un⸗ ter das Fenſter huͤpfte, und obgleich alle ſeine fruͤ⸗ heren Mitſänger bereits ſchwiegen, einen langen, volltonenden, ſuͤßen Geſang ertoͤnen ließ, welcher in dem allgemeinen Stillſchweigen, faſt einen unheim⸗ lichen Eindruck machte.—„Armer Vogel!“ ſagte L—,„es iſt Dein Abſchiedslied an Einen, der Dir vielleicht Futter fuͤr Deine Kleinen gegeben hat, und deſſen Haͤnde bald für immer geſchloſſen ſein werden. — und,“— fugte er nach einer kurzen Pauſe hinzu, die Augen empor hebend, und in die milde Sommr⸗ nacht hineinblickend—„und ſollte ich nicht dankbar ſein gegen jene Macht, die ſeit meiner Kindheit meinen Gedanken Nahrung gewährte, habe ich keine Abſchiedshymne fuͤr jene Natur, die ich vielleicht zum letztenmal ſehe?— O, unſichtbarer Geiſt der Schöpfung— der uͤber alle Dinge wacht— uͤber die Wuͤſte und den Felſen ſowohl, als uͤber die le⸗ bendig rieſelnde Quelle oder uͤber das gruͤne Thal und die Felder mit ihren Fruͤchten— mich, der ich Bulwer's Werke. Taſchenausg. VI. 20


