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gibt gewoͤhnlich den ſchaͤrfſten Beobachter der Welt ab, und zwar deshalb, weil, wenn uns wenig Ge⸗ genſtaͤnde zur Betrachtung vorliegen, wir ſie erfaſ⸗ ſen, ſie uͤberdenken, von allen Seiten unterſuchen; und wir auf dieſe Art uns die Kenntniß von dem großen Buche der Menſchheit erwerben, wie ſich Eu⸗ gen Aram das der Gelehrſamkeit ancignete, indem wir nämlich nur immer fuͤnf Zeilen auf einmal ſtu⸗ diren und mit unſrer Arbeit nicht eher aufhoren, als bis wir dieſe gruͤndlich erlernt haben. Ein Knabe, deſſen Aufmerkſamkeit nicht durch zu viele Gegenſtände abgewendet worden iſt, der meiſt allein lebt, und deshalb auf das Denken, nicht als auf eine Aufgabe, ſondern als auf eine Zerſtreuung hin⸗ gewieſen iſt, tritt zuletzt als ein ſchuͤchterner Mann, aber als ein tiefer Beobachter, in die Welt. An Nachdenken gewoͤhnt, wird er durch Neuheit nicht verblendet; indem ſie ſich ſeinem Auge aufdringt, beſchäftigt ſie ſeinen Geiſt. Wenn er ſich daher nie⸗ derſetzt, um das Geſehene zu beſchreiben, ſchildert er es auch gleich mit dem erſten Entwurf richtig, und vielleicht lebendiger, als er es im ſpätern Leben thun wuͤrde, wo es nicht mehr ſo neu fuͤr ihn iſt. Viel⸗ leicht gleicht auch das moraliſche Auge dem phy⸗ ſiſchen— macht ſich durch Gewohnheit mit der Täuſchung vertraut, und verkehrt unwillkuͤrlich die ſich ihm darbietenden Gegenſtaͤnde, bis die Täu⸗ ſchung natürlicher wird, als die Natur ſelbſt.


