Teil eines Werkes 
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

Dut königlich Panier, und aller Glanz, Pracht, Pomp und Ruͤſtung des glorreichen Kriegs! Fahr' wohl! Othello's Tag'werk iſt gethan!

Dieſer bittre Verrath hat aber noch eine andere und

anhaltendere Folge. Unſer Vertrauen in die menſch⸗

liche Natur wird geſchwaͤcht. Wir ſind nicht mehr die leichtgläubigen Schwärmer fuͤr das Gute. Die

Pfeiler der moraliſchen Welt ſcheinen erſchuͤttert.

Wir glauben, wir halten nichts mehr von der Treue

Anderer. Hat der Eine, den wir ſo verehrt, dem

wir ſo gedient haben der uns in unſren beſten

Jahren gekannt hat dem wir zahlloſe, tagliche

Opfer gebracht haben den wir in dem Innerſten

unſeres Herzens trugen dem zu Liebe wir einer

Welt getrotzt haͤtten, wenn ſie ſich gegen ihn geaͤußert

haͤtte wenn dieſer Eine uns verlaſſen hat,

wer ſoll dann noch treu ſein?

Mit der Zeit fangen wir an, uns in das Aergſte zu fuͤgen; wir pfluͤcken das Moos unſerer Gefuͤhle von dem Herzen, welches fuͤr uns zu Stein gewor⸗ den iſt. unſer Stolz verknoͤchert zur Gleichguͤltigkeit. Da wir nicht mehr geliebt werden, ſo hoͤren wir auch auf, zu lieben. Jahre moͤgen wechſeln, alle andern Gefuͤhle moͤgen ebben und fluthen. Der Ehr⸗ geiz mag ſich in Apathie verwandeln Großmuth

zu Geiz verderben wir moͤgen den Haß von Jahren vergeſſen aus Feinden Freunde machen.

Aber die Liebe, die wir verloren haben, wird nie