Ait
351
Loyalität und Fürſtenliebe auskramte; es ſchien, als ob er Jeden der zur Stadt fuhr für einen Fürſprecher im Vorgemache des Regenten anſah.
„Ich bin ein treuer Unterthan meines mir von Gott gegebenen Königs und für uns Bauern
— wird ja jetzt überaus geſorgt,“ das war ſein Wahlſpruch, den er mit großer Salbung oft
wiederholte, während er ſeine auf Gemeindekoſten gefüllte Doſe umherreichte,„Sie nießen darauf, daß es wahr iſt,“ betheuerte er dann bei den kitzlichen Folgen ſeiner Freigebigkeit.
Ein dichter Nebel, der bald von einem Schneegeſtöber abgelöſt wurde, verſperrte jeden Ausblick. Eugen hieß dieſe Verhüllung will⸗
ommen, denn trotz ſeiner fremden Kleidung
mußte er doch fürchten, entdeckt zu werden. „Jetzt Herr Lehrer,“ ſagte der Sonnen⸗ wirth, als man angelangt war,„jetzt könnt ihr euch zeigen.“
Eugen erſchrack, zumal der Sonnenwirth plötzlich inne hielt. Der Schlaukopf hatte die menſchenfreundliche Gewohnheit, auch wenn er etwas Angenehmes zu ſagen hatte, ſtets ſo zu beginnen, daß der Hörer verblüfft werden mußte; dann machte er eine Pauſe und ließ den Neu⸗ gierigen einſtweilen in der Schwebe zappeln.


