Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
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Lilk,

S

347 nicht Unrecht, wenn ſie das Abrathen vergeſſen, wo einer doch mit Hand angelegt hat.

Der Müller verwies dieſe Worte ſeiner Frau, aber Eugen ſah ſie groß an. Er mußte ſeiner Betheiligung an der Revolutivn gedenken, wo dieſe Ausſprüche ihre bündige Anwendung fanden.

In der Bachmühle ſaß nun Eugen in der That wie zu Hauſe. Die Müllerin fragte ihn noch mit inniger Aengſtlichkeit, ob er denn auch ſchon wieder ganz wohl ſei, daß er ſich mit ſolch einer Nachtreiſe nicht eine neue Krankheit zu⸗ ziche, zumal, da jetzt in der Stadt die Cholera herrſche. Eugen dankte für dieſemütterliche Sorgfalt. Die Müllerin fuhr ſich mit der Hand über das Geſicht, und verließ die Stube,

ihr Mann folgte ihr.

Gut, ich muß noch ſchnell mit euch reden, ſagte Eugen zu Vittore, die Garn haspelte.

Was denn? fragte ſie,ſetzet euch da hinter den Tiſch⸗ da hör' ich's gut.

Was denket ihr von mir? fragte Eugen, der die rechte Wendung nicht finden konnte.

Das kann man nicht ſo abhaspeln wie die Spindeln da, lachte Vittore,und ich mein' auch, Menſchen, die noch länger bei einander bleiben und ſich noch beſſer kennen lernen, brauchen kein