Fünfzehntes Rapitel.
Am Gartenhag, dort wo er am hellen Mittag die erſten Blumen empfangen, die aus dem Bo⸗ den ſeines Dorfes erwachſen waren, dort ſaß jetzt Eugen in der Nacht. Reſeda und Ros⸗ marin duftete ſo würzig, das Laub in den Bäumen wurde bisweilen von einem Windhauche wie zu leiſem Flüſtern bewegt, hie und da raſchelte ein welkes Blatt nieder und wieder ſchlief Alles in ſtiller Ruhe, nur der Mühlbach dort ſtrömte klingend über das geſtellte Mühlrad. Eugen ſchaute hinauf nach den waldbekränzten Höhen, wo jetzt ein dunkles Spätgewitter aufzog und wie ein Genoſſe des dort aufzuckenden Blitzes rauſchte ein raſcher Wind von den Bergen nieder in das Thal. Eugen ſtarrte hinauf, er wollte ſich zwingen, dem Blitze in's Auge zu ſchauen, aber immer ſchloß ſich zuckend ſeine Wimper und wie getroffen mußte er das Haupt ſenken. Mit der Hand das Antlitz verdeckend ſaß er da, jetzt hörte er hinter ſich lispelnde Stimmen, er horchte ſchärfer hin und vernahm die Stimme Vittores.
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