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Erſtes Rapitel.
Waldesdunkel, kühle Schatten, Vogelſang und würziger Kräuterduft, ihr gedeihet ſtill und fraget nichts nach dem zwiefarbigen Täfelchen am Waldes⸗Saume da draußen, das uns ſelbſtgefällig belehrt, daß wir hier eine wiſſenſchaftliche Be⸗ forſtung, Waldkultur Nr. 72 Jahrgang 1830, vor uns haben.
In ſolchen Gedanken ſchritt zu Ende des Monats Auguſt ein hochſchlanker junger Mann die ſchöne breite Straße des Bergwaldes dahin. Er war ſchwarzgekleidet, mit einer Brille behaftet und trug das faſt ſagenhaft gewordene grüne Ränzchen auf dem Rücken, ein ſchwarzgebeizter Stock mit großem Meſſinggriffe und vielen Lö⸗ chern diente ihm als Wanderſtab. Ein harzig ſchwefeliger Geruch, der aus der tieferen Halde
von einem Meiler heraufdrang, ſchien den jungen
Mann zu ſtören, denn er hüſtelte mehrmals und beſchleunigte ſeine Schritte. Jetzt nahm er das Ränzchen ab, ſtülpte den Hut darüber und lagerte ſich am Waldraine unter einem ſtattlichen Ahorn⸗ baume. Kaum einige Sekunden pflegte er ſo der


