Wundermähr in den Zeitungen erzählt. Der Oheim Alphons las das und meldete ſich bei Doctor Fritz.
Der Oheim kam ſelbſt zu mir, als ich noch ſchwer krank war.
Ich glaubte den Vater geſehen zu haben.
Man erzählte mir ich ſei ſo aufgeregt geweſen, daß man aufs Neue für mein Leben fürchtete. Nun mußten ſie mir die Nachricht vorenthalten, bis ich wieder ganz geſund war. Ich habe dem Oheim Deinen Brief gezeigt. Der alte Mann, der Jahrzehnte lang nichts mehr von Europa, nichts von Blutsverwandten wiſſen wollte, weinte bitterlich. Er will mit uns nach Europa zurückkehren.
Knopf an Faßbender.
.. Das claſſiſche Alterthum hatte ſchöne, große, herviſche Geſtalten, aber es hatte keinen Onkel in Amerika. Und wie wurde nur die Welt vor Columbus fertig ohne den Onkel in Amerika? Ich glaube, daß unſer Herrgott, als er am ſiebenten Tage ruhte, in ſeinem Mittagsſchläfchen den reichen Onkel von Amerika träumte, dichtete und ſchuf.
Mein Freund, der Major Dournay, hat nun auch ſeinen Onkel gefunden mit einer Mitgift, ich weiß nicht wie viel, aber viel iſts, und Alles ehrlich erworben. Jetzt iſt er ſelber auf den Punkt geſtellt, das Räthſel zu löſen, was man mit ſo vielem Geld anfängt. Meine Sängerhallen will er nicht bauen, aber er wird anderes Großes thun...
Doctor Fritz an Weidmann.
Zwei Kinder ſind uns geboren. Manna iſt von einem Sohn geneſen und die Frau Knopfs eines Mädchens. Ich war gerade bei Knopf, als ihm die Tochter geboren wurde, und als er ſie zum erſten Mal ſah, rief er laut:
„Rein kaukaſiſ che Raſſe!“
Er geſtand mir dann, er habe trotz ſeiner Liebe zu den Negern doch immer gefürchtet, daß ſeine Roſalie ein ſchwarzes Kind ge⸗ bäre, denn ſie ſah immer Negerkinder vor ſich, da ſie Lehrerin derſelben wie er auch. Und nun freute er ſich, daß ſeine Tochter, die er Manna Crika nennen läßt, rein kaukaſiſche Raſſe, und gar luſtig preiſt er das Schickſal, das ihm, dem Mädchenlehrer, als Erſtgebornes ein Mädchen gab.


