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gefährlich; man mußte ablaſſen. Da kam es wieder zur Schlacht. Alle baten ihn, ſich Ruhe zu gönnen, er hatte ſich ja ſo ruhmvoll bewieſen, aber er ſtieg zu Pferde und ritt hinaus. Das Pferd ſtürzte mit ihm und für todt wurde er ins Lazareth getragen. Ich erhielt die Nachricht und eilte hieher. Jetzt iſt bereits Alles wieder gut, nur iſt er noch ſehr ſchwach.
Aber wie das ſeine Art iſt, er bat mich, auch den anderen Verwundeten die Freude zu gönnen, und ſo muß ich oft ſtunden— lang in den Krankenſälen Harfe ſpielen. Es erquickt die Kranken unſäglich und die Aerzte behaupten ſogar, daß durch die ſeitdem erheiterte Gemüthsſtimmung die Wunden beſſer heilen. Wenn ich dann zu Erich komme und der Arzt ihm erzählt, wie wohl⸗ thuend die Muſik für die Kranken ſei, da leuchtet ſein Antlitz; er ſpricht wenig, er hält nur ſtill meine Hand. Aber, Mutter, Du kannſt ruhig ſein.
Erich verlangt, daß ihm erlaubt werde, auch ein Wort an Dich zu ſchreiben.
(Mit zitternden Zügen ſtanden hier:)
Dein lebender, liebender, geliebter Sohn Erich.
(Dann von der Hand Manna's:)
Erſchrick nicht über dieſe unſteten Schriftzüge. Der Arzt wieder⸗ holt, daß jede Gefahr vorüber ſei, nur iſt große Ruhe nöthig.
O Mutter! Wie ſoll ich Gott danken, daß mein Erich lebt, ich nicht verwittwet und ein Leben verwaiſt vor der Geburt. Sei ruhig, ich halte mich ſtark, ich habe dreifältig zu leben die Pflicht.
Mannn an Profeſſor Einſiedel.
Im Hoſpitale wurde ich zu einem Schwerverwundeten gerufen, es war ein Gefangener aus dem Heere der Südſtaaten, er hatte mein Harfenſpiel gehört, nach mir gefragt und erfahren, daß ich eine Deutſche ſei. Der Mann erzählte mir, er habe einen Oheim in Deutſchland, der Buchhalter in einem großen Bank⸗ geſchäft geweſen. Eines Abends, als der Oheim im Theater, beſtahl er ihn und entfloh. Ich ſagte ihm, daß ich einen ſolchen Mann durch Sie in Carlsbad kennen gelernt, das heißt nur ge— ſehen habe; ich ſchilderte ihn ſo gut ich konnte. Der Kranke behauptete, das ſei ſein Oheim. Und nun bat er mich, dieſem
zu ſchreiben, daß er ſeine That bereue. Er habe immer gehofft,


