einen ganzen Büſchel Eriken aus und gab ſie dem Sterbenden in
die Hand, der den Neger mit heraustretenden Augen anſah. Dann trat ein Lächeln in ſein Angeſicht, er bäumte ſich noch einmal hoch auf mit gewaltiger Kraft, that einen entſetzlichen Schrei, und ſank zurück, der Tod ſtreckte ihm die Glieder. Mit der Erika in der krampfhaften Hand ſtarb er.
O, was habe ich erlebt, was mußte ich erleben!
Als wir ihn in die Erde eingruben und ihn ganz mit Eriken zudeckten, da weinte ich um den Mann von ſo gewaltiger Kraft. Was wäre aus ihm geworden, wenn...
Mitten im Schreiben werde ich unterbrochen.
Seit dieſe Zeilen hier ſtehen, habe ich noch einen Todten be⸗ graben.
Ich wurde zu Adams gerufen, er hatte es verabſäumt, ſich verbinden zu laſſen, und nun war es zu ſpät. Er verlangte nach mir. Ich ſtand an ſeinem Lager.
„Herr Major, werden meine Brüder frei?“
„Ja, ja,“ rief ich ihm zu, da hob er ſeine Hände in die Höhe und ſchrie und tobte wie raſend. Seine wilde Natur, die nur gebändigt und zurückgehalten war, trat in ſeinem Todes⸗ kampfe heraus.
Ach, ich kann nicht weiter ſchreiben; ich habe mich in mir
ſelbſt geirrt. Ich glaubte gefeſtigt zu ſein gegen Alles, ich bin
es nicht. Ich bitte Sie nur, lieber Herr Weidmann, meiner
Mutter den Tod vom Vater Manna's und Rolands mitzutheilen. Könnte ich nur ſchlafen, Ruhe finden
Machſchrift von der Hand Manna's.) Dieſer Brief, bis hier⸗ her geſchrieben, fand ſich in der Taſche meines Erich, als er unter dem Pferde hervorgezogen wurde. In der bis zur Bewußt⸗ loſigkeit geſteigerten Aufregung iſt er zu Pferde geſtiegen und wollte in die Schlacht, er iſt geſtürzt. Ich ſchicke den Brief. Noch erkennt er Niemand, noch ſpricht er verwirrt, aber der Arzt gibt mir Hoffnung.
Ich ſchicke den Brief erſt fort, wenn ich Beſſeres berichten kann.
Drei Tage ſpäter.
Mein Mann ſagt, daß er im Gedenken an Sie eine Labung finde. Ich habe heut auch an die Mutter geſchrieben.


