——————.—
—
Vorurtheile, die ſich mit humanen Redensarten zudecken, es zeigt ſich mir auch die große Umwälzung, die die Aufhebung der Sklaverei mit ſich bringt. Aber Amerika muß jetzt ſühnen für die Unterlaſſungsſünde der Vorfahren. Da ſind die Straßen, die Häuſer, die Felder, ſie ſind auch aus Mark und Knochen der Reger aufgebaut, das muß bezahlt werden, getilgt. Daß das jetzige Geſchlecht es muß, iſt hart, aber es muß.
Ganz Amerika trägt eine Schuld des Vaters auf ſich. Ro⸗ land iſt nur ein hervorſtechendes Beiſpiel von jener Schuld der Väter, die die Kinder zu ſühnen haben.
Wir ſind mitten in einen hiſtoriſchen Proceß verſetzt, der
ſeine eigene Logik erweiſt. Die Mittel friedlichen Ausgleichs haben nichts geholfen. Gegen den Ruf: Nur keine Unterjochung! Nur keinen Eingriff in die Unabhängigkeit der Einzelnſtaaten! mußte doch ein Heer aufgeſtellt werden, und nun heißt der Ruf: Nur keine Confiscation des Eigenthums! Das heißt, keine Auf⸗ hebung der Sklaverei, und dieſe wird doch die zweite Conſequenz ſein müſſen, da ſie nicht die erſte ſein konnte. Die moraliſche Schuld, die nie an der Börſe notirt, nicht verzinſt, nicht amortiſirt wurde, wird jetzt zu einer großen Staats⸗ ſchuld der Union, und jene moraliſche Schuld wird mit Geld und Blut abgetragen werden müſſen.
Da ſagen ſie hier, der Krieg koſtet drei tauſend Millionen Dollars, mit der Hälfte dieſer Summe hätte man die Sklaven freikaufen können. Aber eine Idee läßt ſich nicht mit Geld kaufen, die muß doch mit dem Einſetzen des Lebens errungen werden. Die Freiheit läßt ſich nicht kaufen, nicht ſchenken, ſie muß erkämpft werden...
Manna an die Profeſſorin.
... Was war dagegen jener nächtliche Spuk der ge⸗ ſchwärzten Männer! Ich habe hier einen Sklavenaufruhr erlebt. Doctor Fritz ſagt, es ſei die Erbitterung gegen die angeordnete Conſcription, die ihn veranlaßt. Viele Neger ſind ermordet, un⸗ ſerm Freund Knopf wurde ſeine Schule zerſtört, die Waiſen⸗ häuſer der Neger ſind niedergebrannt worden und die armen — ſchwarzen Kinder wälzen ſich wimmernd auf der Straße. Wir haben viel zu thun und gut zu machen. Ich war beim Begräbniß einer Negerfrau.
———————————


