kamp, Herr Banfield, iſt, kurz geſagt, der berüchtigtſte Sklaben⸗ händler, den die Südſtaaten kannten; ja noch mehr. Mein Neffe, Doctor Fritz, könnte Ihnen erzählen, was er noch gethan; er ging ſo weit, in öffentlichen Schriften die Sklaverei zu verthei⸗ digen, und war ſo frech, ſich als Beiſpiel aufzuſtellen, daß nicht alle Deutſche von der ſentimentalen Humanität verweichlicht ſeien, ſondern daß er, ein Vertreter des Deutſchthums, die Sklaverei als zu Recht beſtehend vertheidige. Er hat einen Ring am Dau⸗ men, wenn er den Ring abthut, können Sie die Zähne eines Sklaven ſehen, den er erdroſſelte und der ihn in den Daumen biß.“
Ein Schrei des Entſetzens rang ſich aus der Bruſt Erichs, er konnte nichts ausrufen als die Worte:
„O Roland! O Mutter! O Manna!“
„Es thut mir leid, daß ich es Ihnen ſagen mußte, aber es iſt beſſer, daß Sie es durch mich erfahren. Sie faſſen nicht, daß der Mann mit ſolcher Vergangenheit manchmal ſo ſchön thun und in Erörterungen über Ideen ſich einlaſſen kann? Ja, dieſer Mann iſt ein von Blumen umkränzter Sumpf! Der Sklavenhandel
iſt der trockene Mord, das Vernichten freier Exiſtenzen zu eigenem
Vortheil. Ein Mörder aus Leidenſchaft, ein Mörder aus Raub⸗ ſucht ſchreitet über Leichen hinweg nach ſeinen Genüſſen, zur Bethätigung ſeiner vermeintlichen Berechtigung. Die Welt iſt ihm Krieg und Kampf, ein Vernichten des Andern, um ſelber Raum zu finden. Aber ein Sklavenhändler... ein Sklaven— mörder!“
Erich hielt die Hände in einander gepreßt. Wer kann ermeſſen, warum aus dem Gewirre von Gedanken ſich der eine heraus⸗ arbeitet? Er erinnerte ſich des erſten Sonntags, wo der Arzt ihn gefragt: können Sie mit einem Menſchen leben, den Sie nicht achten? Alſo Alle wußten, Alle, und nur er nicht?
Der Dünkel, das herrſchſüchtige, gewaltſame Gebahren Sonnen⸗ kamps war ihm oft auffällig geweſen und ſeine Freundlichkeit hatte etwas Eſchreckendes, aber er hatte immer geglaubt, daß ein Mann, ein Eroberer war— einen Eroberer hatte Bella ihn genannt ₰ weiß auch Bella?... Weiß auch Clodwig?.. Ein Mann, der ſo viel von der Welt ſich angeeignet, erſchien in ſeiner Weiſe folgerichtig, wenn er auch ſtets fremd blieb. Aber nun ein Sklavenhändler! Alle wußten es und er allein nicht. Wie mochte er ihnen erſcheinen?
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