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dieſer wohlwollende Blick aus dem blauen Auge; das Alles zeigte
den Mann unverkennbar.
Sonnenkamp hielt ſein Pferd an, er fühlte ſich ſo geknickt und gelähmt, als müſſe er plötzlich vom Pferde ſinken. Ja, er iſts! Das iſt ſein Todfeind, ſein heftigſter Widerſacher! Wie kommt denn der hieher? Er lauſchte, bis das Geraſſel der Räder verklungen war, dann wendete er ſein Pferd und ritt im Schritt heimwärts. Iſt ihm dieſer Mann begegnet, als Mahnung, daß er von ſeinem Vorhaben ablaſſen ſoll? Soll er vor ihm ſich ver⸗ bergen und wieder unſtet und flüchtig in der Welt ſein, Haus und Garten und Park und all die mühſam errungenen geſellſchaft⸗ lichen Beziehungen verlaſſen?
Soll er dem Manne nachjagen und ihn bitten, um der Kinder willen, die Vergangenheit vergeſſen zu laſſen? Soll er Reue heucheln?
Bald faßte er wieder ſtramm die Zügel, peitſchte und ſpornte ſeinen Rappen und ritt zum Major.
Er traf ihn nicht zu Hauſe.
Fräulein Milch ſagte, er— ſei auf der Burg.
Sonnenkamp ritt nach der Burg. Mit großer Unbefangenheit ſprach er von einem Beſuch, der bei Weidmann ſei; der Major beſtätigte, daß ein Neffe Weidmanns, Doctor Fritz, ſeit Kurzem da ſei; er ſei gekommen, um ſein Kind abzuholen, das aul Mattenheim erzogen und von Knvpf unterrichtet worden war⸗
„War dieſer Beſuch,“ fragte Sonnenkamp,„während meiner Abweſenheit auf der Villa?“
„Ja freilich, mit dem Profeſſor Crutius. Sie waren Beide ſehr entzückt von der Schönheit Ihres Hauſes und Ihren Gartenkünſten. Die Sämereien, die ich vom Obergärtner kaufte, ſind für Doctor Fritz, er will ſie mit nach Amerika nehmen. Schicken Sie doch Frich und Roland nach Mattenheim, es wird für Beide eine Luſt ſein, den vortrefflichen Doctor Fritz zu kennen; aber es muß ſchnell geſchehen, denn wie ich höre, reiſt er ſchon in den nächſten Tagen wieder a
Glücklicherweiſe kamen eben auch Erich und Roland auf die Burg und der Major erinnerte ſie, doch endlich den Beſuch bei Weidmann auf Mattenheim zu machen. Roland war froh, daß es wieder etwas Zerſtreuendes, eine Reiſe geben ſolle, und Erich hoffte, daß durch die Erſchauung eines thätigen Lebens Roland neue Erweckung gewinnen werde.
Auerbach. Landhaus am Rhein. II. 20


