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Er las eine große Reihe von Namen, plötzlich fragte er heftig:
„Wer hat das geſchrieben?“
Niemand konnte rechte Auskunft geben; zuletzt ſagte der zweite Gärtner, das ſogenannte Eichhörnchen, es ſei ein Mann da ge⸗ weſen, der auch früher einmal Lehrer bei Roland habe werden wollen, in Begleitung eines Andern, der groß und ſtattlich war und weſtphäliſch deutſch geſprochen; der große Mann mit den blonden Haaren habe nichts geſchrieben, der andere aber, den man Profeſſor genannt, habe mehrere Namen eingeſchrieben. Er
erinnerte ſich genau, daß es ihm ſchon damals aufgefallen ſei.
Sonnenkamp glaubte auf der rechten Spur zu ſein; derjenige, der die Namen eingeſchrieben, war tein Anderer als Profeſſor Crutius. Daß die Eingeſchriebenen, die Hauptführer der ſüdſtaat⸗ lichen Sklavenpartei, ſelbſt da geweſen, war undenkbar.
Sonnenkamp ging nachdenklich umher, es gelang ihm aber, ſich Alles aus dem Sinn zu ſchlagen, indem er faſt laut vor ſich hin ſagte:
„Dein älteſter und ärgſter Feind erſcheint wieder und das iſt Niemand anders, als Deine unglückliche, Alles ausbrütende Phantaſie...“
Erich hatte nicht größere Freude, ſeine Mutter wieder zu um⸗ armen, als Roland und Manna.
„Du und die Tante, Ihr ſeid mir lieber,“ rief Roland,„als das Haus und Alles. Ach, wie gut iſt's, daß Ihr da ſeid! Wenn man heimkommt, hat man doch Menſchen daheim.“
Das Herz des Jünglings ging auf in inniger Luſt.
Manna war ſchweigſam und nur ihr Blick ſagte, wie ſie die Friedſamkeit im Leben der beiden Frauen erkenne. Sie fand etwas von der klöſterlichen Ruhe im grünen Hauſe, und doch waren dieſe beiden Frauen frei, nicht durch ein äußeres Gelübde gebunden. Erſt allmälig erzählte ſie von Profeſſor Einßiedel, und die Profeſſorin war erfreut, da ſie aus den Mittheilungen Manna's entnahm, wie dieſe auch die Weihe des Geiſtes in einem Manne der weltlichen Wiſſenſchaft zu erfaſſen vermochte, denn Manna ſagte, der Profeſſor beſäße wahrhafte Frömmigkeit.
Sonnenkamp war nachdenklicher als je; es erſchien ihm als eine muthwillig auferlegte Abhängigkeit, daß er nach dem Adel ſtrebte. Er brachte aus dem Bade die Empfindung mit nach Hauſe, daß er im Adelskreiſe doch allezeit als Fremder und Eindringling


