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Namen knüpft, fragte er weiter, woher es käme, daß es an her⸗ vorragenden Häuptern fehle. Erich ſuchte darzuthun, daß in der Zuſammenfaſſung des Geiſteslebens unſere Zeit keiner vergangenen an Größe nachſtehe, daß aber das Auszeichnende heute und viel— leicht für immer keinem einzelnen Ausgezeichneten zukäme.
Bella hörte noch immer ſtill zu, ſie wiegte den zuſammenge⸗ legten Fächer in der Hand, als wäre es ein Pfeilbündel, ſie legte den Fächer aus einander und zupfte an den einzelnen Stäben, als wären es Pfeile, die ſie lockern und losſchnellen müßte.
Endlich hielt ſie es an der Zeit, nicht mehr ſtill zuzuhören.
„Herr Hauptmann,“ fragte ſie,„warum ſcheeren Sie alle Zeitgenoſſen über einen Kamm?“
Da nicht geantwortet wurde, fuhr ſie fort:
„Ich möchte weiter fragen: Schaffen bevorzugte Naturen nicht neue Geſetze in der moraliſchen, der intellectuellen, der politiſchen, wie in der äſthetiſchen Welt?“
Erich erwiderte ſehr ernſt:
„Das iſt das Elend, das der Jeſuitismus in der Kirche wie die Frivolität der Weltlinge gleichmäßig zu verantworten hat. Man erkennt beſtimmten Naturen und beſtimmte Naturen erkennen ſich ſelbſt eine Berechtigung und Ausnahmsſtellung zu, bei denen die Menſchen⸗Geſellſchaft nicht beſtehen könnte. Was man bevor⸗ zugte Natur neunt, das gibt mehr Verpflichtungen, aber keine über das Maß des Allgemeinen hinausgehende Berechtigung. Vor Gott und der ewigen Sittlichkeit ſind wir Alle gleich, das hat das Chriſtenthum erſchöpfend ausgedrückt im Worte, daß wir Alle Kinder Gottes ſind. Nun aber hat die Kirche Indulgenzen, hat der Staat Majorate, und möchte eine Sophiſtik moraliſche Aus⸗ nahmsberechtigungen ſchaffen.
„Sie ſprechen ſehr gut,“ ſagte der Fürſt zu Erich.
Erich ſuchte den Blick Bella's, aber ſie ſah nicht auf, ſie hatte die Lippen zuſammengepreßt, denn ſie dachte: Will er mir die Lehre geben, daß Niemand ſich eine Ausnahms⸗Moral zuer⸗ kennen darf? Alſo darum der weltgeſchichtliche Packzug? Sie wollte gleichgiltig ſein über den Ausſpruch Erichs, aber ſie vermochte es nicht; ſie ſah auf, ihr Auge ruhte ſchmerzlich auf ihm.
Als man im Garten ſpazieren ging, fragte der Fürſt, Lor ſeinen Arm in den Erichs gelegt hatte, ob er Herrn Weidmann kenne, in deſſen Haus ihn Graf Clodwig ſenden wolle,
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