Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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Verzeihung, der Du lebſt. Ihr habt gebüßt, ſchwer. Sie einſam für ſich, Du einſam neben mir.

Sie zog ein Amulet hervor, das ſie verborgen auf dem Herzen trug; es war der Trauring des Königs.

Nimm noch einmal dieſen Trauring von meiner Hand, ſagte die Königin.

Wir ſind neu vermählt, erwiderte der König, ſteckte den Ring an ſeinen Finger und faßte die Kö⸗ nigin in ſeine Arme, er hielt ſie umſchlungen, ihr Haupt ruhte an ſeinem Herzen.

Mit feſtem Schritt gingen ſie weiter, den Berg hinab. Drunten harrten die Wagen.

Auch Bronnen und Sixtus gingen mit Paula, von den Dienern gefolgt, den Berg hinab.

Der König und die Königin fuhren allein, Paula und Sixtus fuhren im zweiten Wagen, Bronnen ging wieder auf die Alm zu Gunther.

Die Neuvereinten kamen in der Meierei an. Ihr erſter Gang war in das Gemach des Kronprinzen. Sie ſtanden am Bett ihres Kindes, und der König ſagte:

So wie er jetzt ſchläft, ſo hat ſein harmloſer Kindesſinn unſern Zerfall noch nicht empfunden. Wohl uns, daß er mit erwachendem Geiſte nur unſere Einig⸗ keit und Liebe ſehe bis in den Tod.

Der König und die Königin ſaßen bei der Lampe und laſen die ganze Nacht das Tagebuch des einſamen Weltkindes.

Droben bei der Hütte waren Gunther und Bronnen

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geblieben. Eine kurze Weile ſaß Gunther bei Walpurga