Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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Achtzehntes Capitel.

Am Bache entlang war Walpurga den Berg hinab⸗ geeilt. Sie ſah bald das Städtchen und die Meierei, auf deren Dachſpitze eine hellfarbige Fahne flatterte.

Walpurga ſetzte ſich Athem holend eine kurze Raſt auf einen Fels am Bach. Ein Kukuk flog über ihr weg bergauf.

Das iſt ein böſer Angang, ſagte ſie vor ſich hin.

Sie ſchritt voran nach der Meierei. Da ſah ſie durch das Eiſengitter einen Knaben in hellem Gewand und mit einem Federhut auf den langen blonden Locken im Garten ſpielen. Das Herz im Leibe wollte ihr zer ſpringen, ſie faßte krampfhaft nach einer Eiſenſtange des Gitters. Sie ſchritt nach der Eingangsthür des Gartens.

Frau von Gerloff... der Prinz... mein Kind, mein Kind, ſchrie ſie, ſtürzte auf den Prinzen zu, kniete im Gras nieder und umhalſte und küßte ihn.

Der Knabe ſchrie laut.

O, das iſt ſeine Stimme! rief Walpurga.

Frau von Gerloff war erſchrocken einen Augenblick wie angewurzelt feſtgeſtanden, jetzt kam ſie herbei und wehrte Walpurga ab; auch Diener kamen hinzu. Der Prinz verbarg ſich an Frau von Gerloff.

Walpurga kniete im Gras und konnte nicht aufſtehen.

Er kennt mich nicht mehr! Er kennt mich nicht mehr und ich bin ſeine Amme! klagte ſie verwirrten Blickes zu den Umſtehenden. Die Stimme ſchien eine Wirkung auf das Kind zu üben. Es wendete ſein