Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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Zehntes Capitel.

Irma war auf einem Fußweg, der ſich durch hohe Waldbäume hinzog. Feſt und ſicher förderte ſie die Schritte. Bald ging der Fußweg in eine breite Wald⸗ ſtraße über.

In der Ferne zuckte Wetterleuchten am Himmel, es zerreißt die Nacht und da thut ſich ein Himmel auf, der noch hinter der Nacht liegt.

Irma ſchaute kaum auf, ſie dachte nichts mehr, nichts als den Weg zu finden. Es war ſtill im Wald; nur manchmal krächzte etwas, wie das Aechzen eines Menſchen, ſo klagend. Es kommt von einem Baume, der herzſpältig iſt. Aber das Krächzen geht immer mit ihr, immer ihr voraus. Sie ſucht den Baum, der ſo im Herzen krank; ſie findet ihn nicht; es geht immer weiter hinauf, immer tiefer hinein in den Wald. Da rennt ſie den Berg hinab. Nun iſt es ſtill. Der Weg ver⸗ lor ſich, aber von ferne her leuchtete das Ziel, ein

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1 Blinken des mondbeglänzten Sees. Sie ging weiter

und weiter pfadlos durch den Wald auf weichem Moos.

. Oftmals war Wimmern von Vogelſtimmen in den Baumkronen, ein Marder oder ein Wieſel würgte n die Sorgloſen in ihren Neſtern. In der Welt iſt

Auerbach, Auf der Höhe. lll. 1