Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
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die Vorhänge zurück und ſchaute hinab ins Thal, dort gingen die Nonnen in den langen ſchwarzen Gewän⸗ dern durch die Wieſen. Sie eilte in Gedanken ihnen nach und ſprach in die leere Luft hinaus: Leb' wohl, Emmy! Dann rief ſie der Kammerjungfer, ſie ſolle Befehl geben, daß man ein Pferd ſattle, ſie wolle aus⸗ reiten. Sie zeigte der Kammerjungfer ihr Antlitz nicht. Niemand ſoll dieſe Stirn je ſehen. Die Kammerjungfer zog ihr das Reitkleid an, ſetzte ihr den Reithut auf, der noch mit dem Stück des Adlerflügels geſchmückt war; Irma ſchauderte, als ſie, auf den Hut greifend, den Flügel berührte; den Vogel hatte der König ge⸗ ſchoſſen und ihr den Flügel gegeben damals... es iſt wie eine letzte geiſterhafte Berührung.

Sie befahl, über dem Schleier am Hut noch einen zweiten Schleier zu heften, und erſt als ſie ganz ver⸗ hüllt war, ging ſie hinaus. Sie ſah nicht auf, ſie nahm von nichts Abſchied, ſie heftete den Blick auf den Boden.

Im Hofe ſtand das Reitpferd Irmas; es ſcharrte lebhaft und blies die Nüſtern auf, als es Irma ſah. Sie fragte nicht, wer ihr Reitpferd aus der Reſidenz hergebracht; ſie ſtreichelte ihm den Hals und nannte es mit ſeinem Namen: Pluto. Sie war in Gedanken ſchon ſo aus der Welt, daß ſie das Thier wie ein Wunder, wie etwas noch nie Geſehenes betrachtete. Sie ſtieg auf.

Auch der große Lieblingshund ihres Vaters war da und bellte ihr zu. Sie befahl, daß man den Hund ins Haus zurücktreibe.