Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

In dem Brief lag noch ein Zettel mit der Ueber⸗ ſchrift:Sofort zu verbrennen.

Ich kann nicht leben ohne Dich, ich verliere mich ſelbſt, wenn ich Dich verliere. Gegenwart allein iſt Leben. Ich kann nur im Lichte Deiner Augen ath⸗ men, ich will keine Wolken, ich verlange Sonne. Er⸗ innere Dich, welch eine Welt von Gedanken Du unter Deinem geflügelten Hut beherbergſt. Laß dieſe Welt herrſchen! Du darfſt nicht traurig ſein, Du darfſt nicht! Um meinetwillen. Du mußt des Schmerzes Herrin werden, wie Du Herrin biſt über mich! Sei ſtark, ſchwinge Dich hinweg über Alles! Komm zu

Deinem Kurt.

Der Kuß der Ewigkeit! Ich allein kann die Wolken, alles Trübe von Deiner Stirn wegküſſen, ich kann und ich will.

Irma ſchrie laut auf, ein krampfhaftes Lachen be⸗ wältigte ſie.

Kann ein Mund dieſe Stirne küſſen? Wie ſchmeckt der Todesſchweiß, der ſich hier eingeätzt? Wie ſchmeckt das entſetzliche Wort auf den Lippen? Küſſe es weg! Küſſe es weg! Es brennt, es friert.

Dieſe letzten Worte allein hörte die Kammerjungfer; ſie wollte zu Irma eilen; die Thür war verſchloſſen.

Nach geraumer Zeit erhob Irma das Haupt und war verwundert, ſich am Boden zu finden; ſie ſtand auf und ließ ſich Schreibzeug und Licht bringen. Sie verbrannte beide Briefe des Königs, hielt' eine Weile das ſchwere Haupt in beiden Händen, dann faßte ſie die Feder und ſchrieb:

3

und ve

Sie Gunthe Dat

Zu dem It gehörſt heit. Faſſe T und an leugnet, unſere Du kor ſollt es ſterbend Dich er ſündige Urtheil in Her empfang dieſe S die ſie

Sie in der neldet