Teil eines Werkes 
2. Bd. (1866)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

von einem erhabenen Geiſte aus der Tiefe des Menſchen⸗ herzens und ſeinen ewigen Kämpfen geſchöpft wurden, und dieſe Worte den einſamen Wanderer durch nächtigen Nebel des Waldes und lenken ſeinen Schritt aus der Irre. Die Glocke ruft, ſie ſpricht keine Worte, aber ſie ruft die VPorte in der Seele an, und die Worte werden zum Stabe in der Hand des Müden und zum Wegweiſer vor den Augen des Verirrten. Es läutete noch, als Hanſei ſein Gebet vollendet hatte, und der Glockenton war, als ob ihm ſein ganzes Dorf, alle Seelen darin riefen und vor Allem ſein Weib und ſein Kind. Nun fand er den Weg. Im ausgetrockneten ſteinigen Bett eines Waldbachs ging er zu Thal. Er war aber doch ſeltſam irre gegangen, denn er kam hinter dem Gemswirthshauſe den Berg herab. Auf ſchlechte Begier, auf Schreck und Furcht, auf Andacht und Ver irrung fühlte jetzt Hanſei mächtigen Hunger und Durſt.

Ah, grüß' Gott, Hanſei! rief ihm der Gemswirth entgegen.

Grüß' Gott, behüt's Gott! ſtammelte Hanſei verwirrt.

Was iſt Dir? Du ſiehſt ja todtenbleich aus. Was iſt Dir geſchehen? Woher kommſt Du? fragte der Gemswirth in ſchneller Redſeligkeit.

Nachher will ich Dir Alles erzählen, erwiderte Hanſei, ſich faſſend.Jetzt gieb mir zuerſt einen Schbppen Wein.

Der Wein kam und Hanſei ſchaute verwundert um. Er kam wie aus einer andern Welt.

Erſt als er Salz und Brod gegeſſen hatte, erzchlie

und ſaat zweimal

brief an