betrachteten mit Entzücken die vielfarbigen Feuergarben, die zum Himmel aufſtiegen. Zuletzt glänzte der Na⸗ menszug der Gräfin Irma, von einer Schaar Berg⸗ ſchützen in die Höhe gehalten. Die Feuer praſſelten, aus verbergendem Gebüſche tönte Muſik, die von ferne durch ein bereit gehaltenes Echo erwidert wurde. Mitten unter hellem Glanz und lautem Klang mußte Irma immer nur das Eine denken:„Wie lebt jetzt dein Vater?“
Graf Eberhard aber ſaß auf ſeinem Schloſſe im Gebirge am Fenſter, ſchaute in die Nacht und den Sternenhimmel und ſagte für ſich: Jeder Menſch, der in der Ewigkeit lebt, iſt einſam, einſam für ſich, wie die Sterne dort im Aether; jeder durchzieht ſeine eigene Bahn, und ſie wird nur beſtimmt durch Anziehung und Abſtoßung der Weltkörper um ihn herum....
In der Nacht träumte Irma: Ein Stern vom Himmel war niedergefallen, gerade auf ihre Bruſt; ſie. faßte nach dem Stern, aber er entſchwebte und ver⸗ wandelte ſich in eine Menſchengeſtalt, die abgewendet ſtand und rief: Du biſt auch einſam!


