Irma ging ſtill neben dem Arzte her.
Sie kamen wieder auf den Wieſenhang vor dem Schloſſe.
„Wiſſen Sie ſchon, daß dieſe Wieſe jeden Samſtag mit falſchem Heu friſirt wird?“ begann Irma.
„Bitte um weniger Esprit und mehr Klarheit.“
„Hu— wie officinell!“ ſcherzte Irma.„So er⸗ fahren Sie denn: die Königin ſagte einmal, der Heu⸗ geruch ſei ihr lieb— und nun läßt der Garteninten⸗ dant wenigſtens jede Woche einmal hier den Wieſenhang mähen; da aber die eigenſinnige Natur nicht ſo ſchnell Heu giebt, wird in der Nacht fremdes Heu von irgend einer entlegenen Wieſe zum Dörren hierher gebracht— Und da ſagt man noch, die Fürſten werden in unſeren Tagen nicht mehr betrogen?“
„Ich ſehe an der Sache nichts Unrechtes oder Lächer⸗ liches. Der Intendant gehört zu Denjenigen, die ſich als die Vergnügungsvorſehung der Herrſchaften be— trachten und—“
„Vergnügungsvorſehung— ein köſtliches Wort! Das gebe ich nicht wieder her! Das behalte ich! Und Sie wollen noch behaupten, Sie hätten keinen Witz? Sie ſind ja voll friſcher Bosheit! O, Vergnügungs⸗ vorſehung!“ Irma lachte von ganzer Seele, und ſie war neu ſchön, wenn ſie lachte.
Der Arzt hatte viel zu thun, ſie wieder in das Geleiſe des Geſpräches zurückzuführen. Sobald er ernſt ſein wollte, ſah ſie ihn immer ſo ſchelmiſch an und lachte ſo herzlich, daß er auch lachen mußte. Nur als er ihr endlich ſagte, er habe ihr bisher die Kraft
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