Teil eines Werkes 
1. Bd. (1866)
Entstehung
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mitten im Teiche ſchnellte ein Springbrunnen ſeinen Waſſerſtrahl hoch empor und plätſcherte in Wolken⸗ flocken und Waſſerſtaub wiederum herab.

Ein klarer, von Erlen und Hängeweiden eingehegter, vielfach überbrückter Waldbach, rauſchte vom Berge nieder, ſtrömte in den Teich und floß aus ihm wieder ab ins Thal nach dem Strome, von welchem da und dort durch das Gebüſch eine blinkende Fläche aufblitzte.

An gelegenen Fernſichten und unter Bäumen ſtanden zierliche eiſerne Tiſche, Stühle und Bänke.

Nicht weit von der Kapelle ſaß ein ſorgfältig ge⸗ kleideter ſtattlicher Mann; die vollen Haare auf ſeinem Haupte waren ſo weiß, wie die Binde, die er um den Hals trug. Mit jugendlich glänzenden blauen Augen ſchaute er hinein in die weite Landſchaft, über die mit Obſtbäumen wie mit einem Walde beſtandene Thalſohle, über die Vorberge bis zur Spitzenkette des Hochgebirges, deſſen Schrofen ſich heute ſcharf von der blauen Luft abhoben. Er legte ein Buch, das er in der Hand hielt, neben ſich und ſog den Frieden dieſer Stunde in vollen Zügen ein.

Das große Thor der Kapelle war offen, brauſende Orgeltöne klangen, jetzt ſchwebte ein Weihrauchwölkchen heraus und verflüchtigte ſich ſchnell in der Morgenluft.

Der ſtattliche Mann war Leibarzt des Königs. Er war Proteſtant und darum nicht mit zur Meſſe ge⸗ gangen.

Da kam aus der rebenumzogenen Veranda eine ſchöne Frauengeſtalt in weitem weißem Gewande; ſie hielt den Sonnenſchirm aufgeſpannt und hatte eine einfache