zückten Blickes ſchien zu ſagen, was ihr Herz für ihn empfand. Nach einer kleinen Pauſe, in welcher ſie ſich zwang, eine aufdämmernde Röthe von ihrem ſchönen Angeſicht zu ver⸗ ſcheuchen, antwortete ſie im zärtlichſten Tone: „Vergönnt mir, edler Elviro, Euch meine Ge⸗ ſchichte zu erzählen, und mögt Ihr am Schluſſe derſelben über mein Glück oder Unglück, über mein Hoffen oder Fürchten entſcheiden!“
Elviro drückte zärtlich ihre Hand, und at freundlich um die Mittheilung ihrer Ge⸗ ſchichte, worauf ſie alſo begann:„Ich heiße Mathilde, und bin die Tochter eines Land⸗ geiſtlichen zu Wildo, einem polniſchen Dorfe. DObgleich ich Urſache genug zu glauben habe, paß er nur mein Pflegevater iſt, ſo liebte ich doch den braven Mann und ſeine red⸗ liche Gattin, wie ihre beiderſeitige Liebe nn Fürſorge zu mir es verdiente. Bis zu einem funfzehnten Jahre lebte ich in der Nähe dieſer guten Menſchen glücklich und ſorgenfrei, allein von nun an trat ein widri⸗


