Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 4. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
Einzelbild herunterladen

1553

nicht, und die Leute, die überall herumſpioniren, konnte ich nie leiden.

Und was fragte er noch mehr?

Na, er wußte ſchon, daß ich hier geweſen war. Ich weiß nicht, wer es ihm geſagt hat, aber er hatte es erfahren.

Und deshalb glaubte er Euch nicht?

Was half ihm das! Er kann ja glauben, was er will, aber er ſoll mir nicht mit Fragen kommen, die ich nicht beantworten will!

Was fragte er noch?

Weshalb ich bei Euch geweſen ſei? Und ob ich nicht wiſſe, daß drüben ein Baron von Oſthofen ermordet und begraben wor⸗ den ſei?

Natürlich habt Ihr das auch verneint?

Verſteht ſich. Wer mich ausfragen will, muß früh aufſtehen! Wenn ich dem Alles geſagt hätte, was ich drüben geſehen und erfahren habe, dann wäret Ihr jetzt hinter Schloß und Riegel.

Schweigt!

Wie? Ihr wollt das nicht glauben?

Wenn auch, müſſen andre Ohren es hören?

Wir ſind allein.

Aber hier haben die Wände Ohren, merkt Euch das!

Bucket ließ ſeinen Blick durch das Zimmer ſchweifen, als ob er die Ohren ſuchen wolle, dann lachte er hell auf.

Wenn das wahr iſt, dann iſt es Eure eigne Schuld, ſagte

er,ich würde keinen Spion in meine Dienſte nehmen. Ueber⸗

haupt kann es nicht angenehm ſein, Diener zu haben. Aber hütet Euch vor dem Manne, der bei mir war, er weiß mehr, als Ihr glaubt.

Er weiß gar nichts, wenn Ihr ihm nichts geſagt habt, erwiderte der Baron.

Ueber meine Lippen iſt keine Silbe gekommen, die Euch in Unannehmlichkeiten bringen könnte. Daß er dennoch weiß, daß der Baron erſchoſſen worden iſt

Bender hat's ihm geſagt.

Das hab ich mir auch gebacht. Und deshalb wurde Bender beſeitigt, wie?

Der Baſtard. 98