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daß Sie mich verrathen könnten, hätte ich doch nicht geglaubt. Sic forbern zwauzigtauſend Thaler, eine Summe, die—“
„Die nur den fuͤnften Theil derjenigen Summe beträgt, welche Sie in den nächſten Tagen erhalten weden. Würden Sie dieſe Summe erhalten, wenn ich Sie wirtlich, wie Sie behaupten, ver⸗
riethe? Und ſichern Sie dieſe Summe ſich nicht durch meine Freundſchaft? Ich könnte ſagen, es ſei meine Pflicht, zu warnen—“
„Wen?“ fuhr der. Majoratsherr auf.„Wen wollten Sie warnen?“
„Ich nenne keine Namen, ich überlaſſe es Ihnen, ſie zu er⸗ rathen.“
„Sie wollen zwiſchen mich und meine Braut treten?“
„Könnte mein hewiſſen mir ſpätet nicht Vorwürfe machen, wern ich es unterließe?“
„Es iſt mir neu, daß Sie ſich auf Ihr Gewiſſen herufen.“
„Nun, weil Sie alle Menſchen von eignen Standpunkt be⸗ urtheilen.“
Der Baron legte die Hand auf die Stirne, nan ſah ihm an, daß es ihm unſoglich ſchwer ſiel, ſeine Erregung zu bemeiſtern.
„Geben Sie mir ein Glas Waſſer,“ ſagte er in bittendein Tone,„der Wein löſcht meinen Durſt nicht. Ich hoffe mit Zu⸗ verſicht, daß wir uns noch einigen werden, Florentine wenn wir beide nachgeben kommen wir uns anf halbem Wege entgegen. Ich bin js durchaus nicht abgeneigt ein Opfer zu bringen, um mir Ihre Freundſchaſt zu ſichern, und Sie werden ebenfalls ein⸗ ſehen, daß Ihr eignes Intereſſe Ihnen ein Entgegenkommen gebietet.“
„Wenn das in Ihrer Abſicht liegt dunn dürfen Sie mir nicht ſo ſchroff entgegentreten—“
„Bitte, geben Sie mir ein Glas Waſſer.“
Madame Winkel nippte an ihrem Weinglaſe und erhob ſich, ſie mußte das Zimmer verlaſſen, um das Gewünſchte zu holen.
Drr glühende Blick des Barons folgte ihr, bis ſie im Neben⸗ zimmer verſchwunden war, in der nächſten Secunde ſtreckte der Majvratsyerr die zitternde Hand aus und der Inhalt eines Flacons floß in das Glas der Schauſpielerin.
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