Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 4. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
Einzelbild herunterladen

3

1199

Reden wir doch davon nicht!

Weshalb ſoll ich es nicht ervähnen? Ihr ſeid ein junges Ehepaar und das Gold wird Euch auch nicht durch das Dach in's Haus regnen.

Das freilich nicht, aber ich bin mit meiner Einnahme zu⸗ fri⸗den.

Gut, nickte der alte Mann,dann ollt Ihr aber meinet⸗ wegen nicht in die Loge kommen, Schulden machen zu müſſen. Alſo abgemacht?

Ganz, wie Du willſt!

Somit wäre ja Alles wieder in Ordnung! ſagte Johann ſpottend,nur mit dem Unterſchiede, daß kein Gehalt mehr ge⸗ zahlt wird.

Wer iſt dieſer Mann? fragte Hellmuth, der erſt jetzt den Reitknecht ſeiner Beachtung würdigte.

Der Reitknecht des Majoratsherrn, erwiderte Wortmann ·

Ich dächte, wir hätten uns ſchon geſehen, ſagte Johann hereusfordernd,fteilich erinnere ich mich nicht, daß Sie mir vorgeſtellt worden ſind.

Auf der Stirne Hellmuths ſchwollen die Abern an, aber er bezwang ſich.

Vielleicht lönnen Sie Auokunſt darüber geben, wer den al⸗

en Moler getödtet hat, deſſen Leiche in der vorigen Nacht hie gefunden wurde, erwiderte er mit einem durchoringenden Blickr auf den Reitknecht, der unwillkührlich die Augen niederſchlug.

Hier? fragte der Verwalter beſtürzt.

Ganz in der Nähe auf der Landſtraße.

Ermordet?

Darüber iſt man eben noch im Zweifel ſagte Hellmuth mit einem forſchenden Blick auf den Reitknecht.Einige behaupten, er ſei nieber geritten und durch einen Hufſchlag getödtet worden, während Andere wiſſen wollen, er müſſe ermordet worden ſein.

Und weshalb fragen Sie wich? erwiderte Johann trotzig.

Was kann ich davon wiſſen?

War der Majoratsherr geſtern Abend ausgeriten? Fragen Sie ihn ſelbſt.

Wenn Ihr nicht reden wollt, ſo iſt das ſchon ein böſes Zei⸗