Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 4. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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46. Kapitel.

Die Fleinen und die Großen.

Vor der Thür des Verwalters ſtand ein Möbelwagen, der, von den fehlenden Fenſtern und Thüren abgeſehen, einem Eiſen⸗ bahnwagen glich und geſchäftig eilten die Knechte ein und aus, um bieſen Wagen mit allem möglichen Hausgeräth vollzu⸗ pfropfen.

Der Verwalter ſelbſt kümmerte ſich nicht darum, er wanderte in ſeinem bisherigen Arbeitszimmer mit der Pfeife im Munde auf und nieder, und die Rauchwolken, die er ununterbrochen vor ſich hin blies, hüllten ihn immer bichter ein.

In einer Ecke dieſes Zimmers ſaß bie alte Urſula, und der Reitknecht des Majoratsherr ſtand am Fenſter und folgte mit forſchendem Blick jeder Bewegung des alten Mannes, während die alte Magd theilnahmlos gegen Alles, was um ſie geſchah, in ſtarrem Brüten vor ſich hin blickte.

Keine Hand lege ich an! ſagte der Verwalter und der Ton ſeiner Stimme verrieth, daß eine fieberhafte Erregung ſich ſeiner bemächtigt hatte.Thut, was Ihr wollt, ich gönne Euch den Ruhm, einen olten, treuen Diener vor die Thüre geworfen zu haben, aber das könnt ihr dem Majoratsherrn ſagen, er wird es bitter bereuen.

Johann zuckte gleichgültig die Achſeln.

Mit der Treue wird es ſo weit nicht her ſein, erwi⸗ derte er.

Sagt Ihr das, um mich abſichtlich zu beleidigen? fuhr Wortmann auf.

Ich ſage es, weil ich es glaube.

Und Euer Herr hat dieſen beleidigenden Verdocht zuerſt aus⸗ geſprochen, höhnte der Verwalter.Es iſt die einzige Waffe,