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Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 3. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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— 1153—

Wahrend der Fahrt ſprach er mit Ferdinand kein Wort, in Sinnen verſunken dachte er über die Wege, die er nun einſchla⸗ gen mufte, nach.

Erſt als ſie den Omnibus verlaſſen hatten, brach er das Schweigen.

„Wir haben noch eine kurze Strecke zu gehen,“ ſagte er,„ich will dieſe Zeit benutzen, um meine Anſicht n aus zuſprechen. Sie ſagen, der Lord ſei erſtaunt geweſen darüber, daß die berühmt Sängerin ihm ſo nahe geweſen ſein ſoll, ich vermuthe, es ware ein erheucheltes Erſtaunen.“

„Sie glauben, er habe es gewußt?“

„Gewiß. Der Kammerdiener ſoll die Erlaubniß gehabt haben das Gartenhaus während der Wintermonate zu vermithen. Das iſt nicht glaublich, dieſe Erlaubniß gibt kein engliſcher Lord ſeinem Diener.“

„Das habe ich mir allerdings auch geſagt.“

„Jeder hält ſein Haus gerne rein, und eine ſolche Erlaub⸗ niß könnte für den Lord ſelbſt nur Unannehmlichkeiten im Ge⸗ folge haben. Ich brauch? mich wohl nicht weiter über dieſen Punkt auszulaſſen, Herr Baron, Sie werden mir Recht geben.“

„Es wäre dennoch möglich—“

„Gut, nehmen wir dieſe Möglichkeit an, dann dürfen wir

wohl auch annehmen, daß der Kammerdiener verpflichtet war, von

jeder neuen Vermiethung ſeinem Herrn Anzeige zu mach'n.“ „Auch das kann ich nicht ſo unbedingt gelten laſſen,“ ſagte Ferdinand kopfſchüttelnd, der Kammerdiener hat meglicherweiſe das Haus mitunter an Leute vermiethet, die der Lord dort nicht geduldet haben würde.“ „Das mag immerhin der Fall geweſen ſein, aber maßgebend iſt es nicht. Sollte aber der Kammerdiener nicht den Ruf der

Signora Grimaldi gekannt haben? Alle Zeitungen haben ihn aus⸗

poſaunt und auf die berühmte Sängerin aufmerkſam gemacht, große Zettel mit ihrem Namen hingen an allen Ecken, und der, Kammerdiener eines Lords ſollte davon nichts erfahren haben?“ „Daß iſt allerdings ſchwer glaublich.“ „Iſt es wirklich glaubhaft, daß der Kammerdiener gar keine Zeitung geleſen haben ſoll? Dieſe Leute kümmern ſich ja um Der Baſtard. 73