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„Sehr genau ſogar,“ ſchaltete der Polizeirath ein, der dieſen Mittheilungen die größte Aufmerkſamkeit ſchenkte.“
„Wir fanden Hut und Mantel des Kindes am Rende des Waldſees, die Vermuthung lag nahe, daß Beide, Wärterin und Kind, ertrunken waren. Vielleicht waren ſie verunglückt, vielleicht auch hatte die Wärterin aus boshafter Rachſucht das Kind inden See geworfen und die Flucht ergrifſen. Der See wurde, ſo weit dies möglich war durchſucht, aber die Leiche nicht gefunden. Meine Gemahlin hat ſich nie mit dem Gedanken, daß das Kind ertrun⸗ ken ſei, befreunden können, nach ihrer Anſicht mußte das Kind noch leben, obſchon alle Nachforſchungen fruchtlos geblieben waren. Nun erhielten wir vor einiger Zeit einen anonymen Brief inwel⸗ chem uns mitgetheilt wurde, das Kind lebe noch, es würde uns zurückgegeben werden, wenn wir dafür zwanzigtauſend Thaler zahlen wollten. Wie ſich ſpäter herausſtellte, hatte Hurter den Brief geſchrieben, damals wußte ich das nicht, ich beauftragte den Verwalter, mit dem Schreiber in Verbindung und Unterhandlung zu treten. Vielleicht hätte ich die Summe geopfert, wenn ich mei⸗ ner Sache ſicher geweſen wäre, aber der Anonymus forderte Vor⸗ auszahlung und erhöhte die Summe auf dreißigtauſend Thaler. Das ſchien mir auf eine Prellerei hinauszulaufen, ich war nicht geſonnen, eine ſo bedeutende Summe zum Fenſter hinauszuwer⸗ ſen, zumal, als ich vernahm, daß Hurter ſeine Hände dabei im Spiel hatte. Ich ließ die Sache auf ſich beruhen, ginz aber mit mir zu Rathe, ob ich nicht beſſer thuc, der Behörde ven dieſem Expreſſungsverſuch Anzeige zu machen—“
„Entſchuldigen Sie Herr Baron, Sie waren mit Hurter nicht
direct in Verbindung getreten?“ fragte der Gerichtsrats.
„Nein, dazu hätte ich mich nicht überwinden können, denn der Mann war mir verhaßt. Eeſtern Abend wurde mir nun gemel⸗ det, das er eine geheime Unterredung mit meiner Gemahlin wünſche. Ich ging hinaus und traf ihn auf der Straße. Anfangs wollte er mit der Sprache nicht heraus, endlich bot er mir die ausführ⸗ lichſten Mittheilungen über mein verſchwundenes Kind an. Die⸗ ſen Mittheilungen zufolge hatte die Wärterin damals das Kind entführt und mit demſelben einige Jahre bei einer Zigeunerbande verbracht. Die Bande war lurz vorher in unſrer Gegend gewe⸗ ſen, und es ſoll ſich bei ihr ein Weib befunden haben, welches


